Humission e.V.

Tiyenie Tikondane

 Hier ein Update über die Situation in Malawi und unsere Arbeit vor Ort in Zeiten der weltweiten Corona Pandemie (Juni 2020): 


Wie bereits allgemein bekannt, wurden unsere Pläne für das Jahr 2020 durch die sich auch in Afrika ausbreitende Pandemie abrupt durchkreuzt. Eigentlich sollte Valentin bis Ende Juni für ein Praktikum in Malawi sein und an den Wochenenden in Benga den Bau von 200 Öfen organisieren. Aufgrund der aktuellen Situation musste Valentin das Land allerdings bereits Ende März verlassen. 


Das hält uns aber keineswegs davon ab, unsere Arbeit vor Ort weiterzuführen. Im Gegenteil, wir sind davon überzeugt, dass wir als Organisation die Verantwortung für unsere Ofenbauer vor Ort tragen und ihnen auch in diesen Zeiten die Perspektive erhalten müssen, Einkommen für die Versorgung ihrer Familien erwirtschaften zu können. Deshalb wollen wir auch in diesem Update erstmal auf die vielen positiven Entwicklungen seit Valentins Ausreise aufmerksam machen und abschließend noch eine kleine Einschätzung zur Zukunft geben. 


Was seit Ende März vor Ort passiert ist: 


  • 120 Baumsetzlinge sind gepflanzt worden
  • 40 Öfen sind gebaut worden, 50 weitere folgen aktuell bis Anfang Juni
  • 6 Ofenbauer verdienen dadurch mit zwei Monaten arbeiten 50% des Durchschnittslohns in Malawi und können ihre Familie sicher für die nächste sechs Monate versorgen
  • Die Öfen wurden durch Steven Kamponje auf Grundlage der Anmerkungen bisheriger Haushalte modifiziert und auch von uns über Video geprüft -> Während der Rauchabzug weiterhin einwandfrei funktioniert arbeiten die Öfen effizienter als vorher
  • Zwei junge Mitglieder unseres Partners vor Ort, MCSPA, übernehmen in unserer Abwesenheit die Koordination des Projekts - im Gegenzug unterstützen wir ihr anstehendes Studium
  • Entgegen ursprünglicher Erwartungen muss dafür kein extra Geld aufgebracht werden, sondern diese Unterstützung kann aus den laufenden Mitteln für das Ofenprojekt geleistet werden. Dies liegt an einer Reduktion der Kosten pro Ofen (durch besseren Einsatz von Zement, der Reduktion von vier auf drei Ofenbauer pro Team, Wechselkursentwicklungen und besseren Preisen)


Soviel zu unserer aktuellen Arbeit vor Ort. Leider können auch wir momentan nur einen sehr unsicheren Blick in die Zukunft wagen. Wir wollen trotzdem über ein paar Entwicklungen in Malawi informieren. Das folgende spiegelt dabei unsere persönlichen Einschätzungen aus der Ferne dar und kann sich von Tag zu Tag ändern bzw. auch von den in der öffentlichen Berichterstattung über die Pandemie in Afrika gemachten Anmerkungen abweichen. 


Die Situation in Malawi:


  • ca. 85 offizielle Fälle von COVID-19
  • Ein sehr transparenter Umgang durch das Gesundheitsministerium 
  • Flächendeckende Testung von Kontaktpersonen (auch in ländlichen Gebieten durch die Nutzung von bereits bestehenden Kanälen im Zusammenhang mit HIV und Malaria Informationskampagnen sowie durch neue Kanäle wie Social Media)
  • Kein genereller Lockdown, da der Oberste Gerichtshof dies ohne Unterstützung der Ärmsten nicht zulässt. Deshalb ist dort jetzt eine Sozialleistung von 50$ pro besonders gefährdetem Haushalt und Monat geplant
  • Bereits vor dem ersten offiziellen COVID-19 Fall in Malawi sind allerdings verstärkte Hygienemaßnahmen etwa bei der Einreise oder beim Einkaufen in Supermärkten getroffen worden. Die Schulen, Universitäten und bestimmte nicht-essentielle Läden sind geschlossen
  • Bisher keine Anzeichen einer Hungersnot, da die gerade abgeschlossene Ernte im Land gut ausgefallen ist, lediglich junge Tagelöhner in den größeren Städten scheinen besonders gefährdet und sollen durch die angesprochenen Sozialleistungsprogramme unterstützt werden
  • Bisher keine verlässlichen Angaben darüber, ab wann wieder Reisen deutscher Staatsbürger nach Malawi möglich sein werden


Besonders aufgrund des letzten Punktes, werden wir von jetzt an bei der Planung unseres zukünftigen Engagements vor Ort wieder sehr eng mit unserem Partner zusammenarbeiten, da nicht abzusehen ist, wann wir wieder nach Malawi reisen können. Fest steht aber, dass wir sobald wie möglich wieder ins warme Herz Afrikas reisen wollen, um unsere Arbeit voran zu bringen. Während des verkürzten Aufenthalts im März ergaben sich in mehreren Gesprächen mit Mitgliedern von MCSPA weitere Perspektiven für eine Zusammenarbeit im Bereich Bildung und praktischer (Berufs-) Ausbildung, die wir gerne weiter forcieren wollen. Hier werden wir Euch natürlich über die Entwicklungen informieren. 


Wir halten Euch weiter auf dem Laufenden! 

Bleibt gesund! Tiyeni Tikondane