Unsere Projekte

Wir sind überzeugt, Entwicklungshilfe scheitert, wenn sie nicht auf die Menschen hört und nicht diejenigen mitnimmt, die von ihr profitieren sollen. Deshalb steht bei uns der Mensch im Mittelpunkt der Arbeit und deshalb heißen wir Humission. Unsere Projekte setzen in den Bereichen Einkommen, Gesundheit und Bildung an und schaffen Freiheiten, die die Menschen selber für ihre Entwicklung nutzen können.
Diese Überzeugung kommt in unseren Projekten zum Ausdruck.
„Wege entstehen dadurch, dass man sie geht.“ – Franz Kafka

Lehmofenbau

Drei Probleme, eine Lösung. Traditionelle Kochmethoden über offenem Feuer fordern in Malawi jährlich mehr Todesopfer als Malaria, Tuberkulose und HIV/Aids zusammen. Außerdem muss für den hohen Feuerholzverbrauch viel Wald gerodet werden und schließlich kommt es immer wieder zu Verbrennungen bei Kleinkindern. Der von Florian Klaus entwickelte und von uns in der Region Benga verbreitete Lehmofen leitet den Rauch aus den Wohnräumen, spart bis zu 50% Feuerholz und schirmt das offene Feuer vor möglichen Unfällen ab. Die Haushalte profitieren also nicht nur gesundheitlich, sondern sparen auch bei ihren Ausgaben für Feuerholz. Diese Einsparung kann jetzt in die Zukunft ihrer Kinder investiert werden. Da wir mit lokalen Maurern zusammenarbeiten, bieten wir außerdem Menschen aus der Region ein sicheres und gut bezahltes Arbeitsverhältnis.
Ein Ofen kann kostendeckend für etwa 35€ gebaut werden, wobei jeweils die Hälfte für Materialien und Löhne anfällt.

Beim Ofenbauprojekt wurde 2021 eine Lungenfunktionsstudie angestoßen, welche in Kombination mit einem Fragebogen Aufschluss über die Wirkung des von uns gebauten Ofens geben soll. Dabei wird evaluiert, inwiefern die Benutzung die Lungengesundheit und sozioökonomische Faktoren verbessert.
Die bisher gebauten Öfen funktionieren einwandfrei und die Resonanz der Haushalte ist äußerst positiv. Nach Auswertung eines ersten Teils der Evaluation lässt sich feststellen, dass Haushalte mit Öfen etwa 50% weniger Feuerholz verbrauchen und damit nicht nur die Umwelt geschützt wird, sondern auch etwa 2000 malawische Kwacha im Monat mehr für andere Ausgaben übrig sind. Das sind ca. 13% des monatlichen Haushaltseinkommen in der Region.

Landwirtschaft

Mit unserem Landwirtschaftsprojekt wollen wir den Weg ebnen, den Menschen auch in schwierigen klimatischen Bedingungen ein Leben ohne Not zu ermöglichen. Ein Leben, das aus eigener Kraft Gesundheit, Bildung und Einkommen sichert.

Mit steigender Weltbevölkerung und schwieriger werdenden landwirtschaftlichen Bedingungen in Subsahara-Afrika ist nachhaltige Landwirtschaft mit höherer Ausbeute an qualitativ hochwertigen Nahrungsmitteln wichtiger denn je. Wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen der letzten Jahrzehnte zeigen den Weg in eine nachhaltige Zukunft. Das Zusammenwirken aus sich ergänzenden Pflanzen und bodenerhaltenden Anbautechniken ermöglicht steigende Ernten. Gleichzeitig kann eine ausgewogene Ernährung durch nährstoffreiche Nahrungsmittel sichergestellt werden. Verbleibende Erzeugnisse können zur finanziellen Stärkung der Kleinbauern beitragen.

Hier wollen wir ansetzen. Wir etablieren ein Beispiel dieser Vorgehensweise  anhand eines Feldes vor Ort. Dieses bildet den Grundstein für die Weitergabe des Wissens im Rahmen eines Ausbildungsprojektes, welches den Kenntnisstand auch zertifiziert. Das Bildungsprogramm besteht aus dem Erlernen der Anbautechniken, sowie der optimalen Verwertung der produzierten Nahrungsmittel.

Durch persönliche Erfahrungen und Erfolge wird das Erlernte gefestigt und weitergegeben, sodass externe Hilfe nicht mehr notwendig ist.

Das Konzept basiert auf der strukturierten Unterteilung des Modellfeldes in 10m × 10m Quadranten, auf dessen Ecken jeweils ein Anabaum (Faidherbia albida) gepflanzt wird. Der Anabaum ist in der Lage Stickstoff zu fixieren, Wasser aus tieferen Erdschichten aufzunehmen und durch seine Blätter den Boden zusätzlich vor Erosion zu schützen. Innerhalb eines Quadranten wird dann eine Mischkultur aus Mais (Zea), Maniok (Cassava) und den Leguminosen Straucherbse (Cajanus) oder Juckbohne (Mucuna) angepflanzt. Zwischen den Vegetationsperioden wird die Bodenqualität aktiv mithilfe von Terra Preta erhalten.

Pyrolysetonnen

Zum Kochen wird in Malawi hauptsächlich Holzkohle verwendet. Diese wird aus lokalen Bäumen hergestellt und trägt maßgeblich zur starken Entwaldung von Malawi bei. Hier greift unser Tonnenprojekt ein. Konstruiert von Studierenden der RWTH Aachen bei RecyCoal ermöglicht die Tonne die Herstellung von Kohle aus Pflanzenabfällen, wie Maisspindeln, die bei der Landwirtschaft anfallen. Die produzierte Kohle kann lokal verkauft werden oder in unserem Ofen verwendet werden. Die Tonne besteht aus zwei alten Ölfässern und kann von lokalen Schweißern hergestellt werden.
Nach einem ersten Pilotprojekt soll die Tonne mit einem Global Grant Projekt verbreitet werden. Dieser Antrag soll mit dem Rotary Club Aachen und Lilongwe 2023 starten und Menschen vor Ort eine Erwerbstätigkeit ermöglichen. Zusätzlich kann aus der Biokohle in Kombination mit Tierdung ein preiswerter Biodünger hergestellt werden, der teuren, chemischen Dünger ersetzt und die Bodenfruchtbarkeit erhält. Dieser Biodünger ist die zweite Säule unseres Global Grants.

Studienfinanzierung

Junge Menschen sind die Zukunft eines jeden Landes. In Malawi ist eine gut ausgebildete Generation, die in Zukunft Verantwortung für die Veränderung des Landes übernehmen kann, besonders wichtig. Deshalb finanzieren wir momentan mit unserem Partner vor Ort, MCSPA, etwa 10 Studenten aus der Region Benga ein Studium. Dies hat nicht nur direkte positive Effekte für die Studenten und Studentinnen, sondern auch langfristige positive Externalitäten, da diese gut ausgebildeten Menschen später als LehrerInnen, MedizinerInnen oder AgrawissenschaftlerInnen einen Dienst an der Gesellschaft leisten können.
Ein Student wird mit ca. 400€ pro Jahr unterstützt.

Studenten vor der Schule